Es gibt ja bekanntlich kein ideales Stativ! Je nach Aufgabe sind die Anforderungen an die “Unterstützungshelfer” total verschieden. Im Studio möchte ich gerne flexibel auf einem großen Stativ arbeiten – Gewicht spielt eine kleinere Rolle. Draussen in der freien Natur bin ich eher auf ein leichtes Stativ angewiesen, da man das gute Stück ja durch die Gegend tragen muss.
Eine Eigenschaft haben aber alle Stative an sich: Stabil müssen sie sein – das gilt sowohl für das Dreibein, als auch für den Kopf auf den man die Kamera oder das Objektiv befestigt.
Auf der Suche nach stabilen Stativen bin ich über den Hersteller Feisol gestolpert. Feisol bietet sowohl verschiedene Stative an, als
auch Zubehör und Stativköpfe. Außerdem gibt es im Sortiment auch einige Exoten zur Befestigung, darunter zählt ein “Location-Wagen” und z.B. eine Befestigung für Kameras am Fahrradlenker.
Alle Produkte der Firma Feisol sind aus Carbon oder sind als Zubehör für Carbon-Stative gedacht. Im Gegensatz zu vielen Produkten aus “Festland-China” kommen die Stücke von Feisol aus Taiwan. Dem Kenner
der Szene erschließt sich dadurch eine höhere Qualitätskontrolle und damit auch eine höhere Fertigungsqualität im Gegensatz zu Produkten aus China.
Als ich mich über die Produkte informiert habe, nahm ich Kontakt zu Feisol in Deutschland auf. Seit einigen Monaten (sind FEISOL Stative auch in ganz Europa erhältlich)lassen sich die Produkte hier direkt erwerben. Ich habe mich für ein Reisestativ
der Standardserie entschieden (Modell CT-3402). Es handelt sich dabei um ein Stativ mit 3 Auszügen (4 Beinsegmenten) und der Möglichkeit eine Mittelsäule zur Erweiterung zu montieren.
Feisol bietet in der gleichen Serie noch Stative mit 2 Auszügen (3 Beinsegmenten) an und offeriert mit der “großen Serie” und der Tournament-Produktlinie noch höherwertige und größere Alternativen.
Der Grund für die Entscheidung eines 3-Auszug Stativs war klar die Flexibilität beim Transport. Im Studio und wenn ich das Auto dabei habe, interessiert mich Gewicht relativ wenig – die Mehrausgabe für ein Carbonstativ lohnt sich hier nicht immer.
Nun aber zum Produkt-Review.
Bestellvorgang und Versand
Die Bestellung läuft einfach über www.feisol.de. Die Produkte könnten eine wertigere Präsentation vertragen. Gerade im Direktvertrieb von nicht allzu bekannten Firmen macht ein “schöner” Webauftritt mehr her und schafft auch Vertrauen. Der Bestellvorgang läuft aber insgesamt gut ab und es gibt verschiedene Zahlungsmöglichkeiten, u.a. auch Paypal und div. Kreditkarten.
Nach ein paar Tagen kam dann ein Paket mit Stativ und Mittelsäule bei mir an. Die Verpackung war sehr professionell. Ein Karton mit Aufdruck der Firma Feisol, inklusive Produktnummern. Alles was sich bewegen konnte wurde durch Luftbeutel daran gehindert. Die Unterlagen
(Lieferschein, Rechnung, Garantiescheine) waren gut zu finden in der Verpackung untergebracht.
Der Inhalt
Im Karton befindet sich das Stativ, inklusive. Werkzeug. Das Werkzeug besteht aus 2 Inbusschlüsseln zur Einstellung der Beweglichkeit der einzelnen Beine und einem Inbus zum Montieren der Mittelsäule oder anderem Zubehör. Das Stativ besitzt die übliche 3/4″ Schraube zur Montage von Stativköpfen.
Das ganze kam sehr gut verpackt und das Stativ ist in einer Nylon-Stativtasche mit Aufdruck von Feisol verpackt. Die Tasche ist nützlich
zur Aufbewahrung und zum einfachen Transport – Haptik und Qualität entspricht typischen mitgelieferten Taschen für Stative, also nichts besonderes aber viel besser als nichts. Die Tasche ist außerdem groß genug, nicht nur das Stativ sondern auch noch einen angeschraubten Kopf zu verpacken. (Habe ich auch schon anders erlebt).




Feldtest
Das Stativ eignet sich aufgrund des Gewichts und der Größe vor allem als Reisestativ – Ich hatte es auf einigen Städtetrips in den letzten Tagen dabei. Es passt ohne weiteres in einen Standard-2-Tages Trolley und nimmt in diesem wenig Platz weg. (Ich packe Stative und ähnliches gerne in das aufzugebende Gepäck). Man kann es also auch “für den Notfall” immer einpacken, das Gewicht von ca. 1,5 kg incl. Tasche sollte keine Rolle spielen.
On Location zeichnet sich das Stativ durch gutes Handling aus. Die Beine lassen sich sehr gut und präzise arretieren und das Ausziehen
und das Festziehen der Beine klappt ebenfalls perfekt. Die Beine lassen sich in verschiedenen Winkeln abspreizen und schnell auf ein
bestimmtes Niveau bringen. Das wichtigste für mich bei dieser Arbeit ist auch die Haptik und “der Spaß” mit einem Tool zu arbeiten. Dieser Spaßfaktor ist bei dem Feisol Stativ sehr hoch. Im Vergleich zu anderen “Fernost”-Carbon-Produkten macht es einfach einen viel wertigeren Eindruck. Es gibt keine Kritikpunkte bei Verarbeitung und Qualität der eingesetzten Materialien. Auch die Feinmechanische Bearbeitung ist sehr präzise.
Tip: Die Leichtgängigkeit oder Friktion der Beine lässt sich gut mit den beigefügten Inbusschlüsseln justieren. Gerade bei einem neuen Stativ kann man diese durchaus etwas leichter einstellen.

Vibration konnte ich bei Spiegelvorauslösung und Kabelauslöser bzw. Selbstauslöser bei einer EOS 40D mit 24-105mm L Objektiv nicht feststellen. Das Stativ besitzt auch einen Haken zum Anhängen von Gewichten, falls die Umgebung etwas derartiges fordert.
Im Studio
Das Stativ ist eigentlich etwas zu niedrig für die Studiofotografie – und die 4 Elemente sind ebenfalls nicht optimal. Für das Studio eignet sich besser die “große” Stativserie von Feisol. Ich habe dennoch einige Tests gemacht und die Leichtigkeit des Stativs bringt gerade beim Umbau oder bei der Wahl neuer Positionen einfach mehr Freude auf, als die Bewegung eines deutlich schwereren Kalibers. Für die Studioarbeit empfehle ich die optionale Mittelsäule, die ebenfalls aus Carbon gefertigt ist. Dadurch bekommt man den Kopf auf Augenhöhe und die Arbeit mit Blitz und Co. benötigt auch nicht die vergleichbare Stabilität wie bei längeren Belichtungszeiten außerhalb.
Tipps und Empfehlungen:
Gerade bei dem “kleinen” Feisol sollte man überlegen für was man es einsetzen möchte. Es eignet sich perfekt als Reise- und Outdoorstativ und hält auch hohe Kameragewichte (je nach Kopf) stabil und vibrationsarm. Die Mittelsäule ist sehr praktisch, man büsst aber deutlich Stabilität ein. Dies ist bauartbedingt und nicht dem Stativ an sich anzulasten. Es ist aber eine Überlegung Wert bei Bedarf gleich auf ein größeres Modell zu Wechseln. Im Studio und beim Einsatz als “Kamerahalter” bei kurzen Zeiten ist auch die Mittelsäule zu empfehlen. Für den Outdooreinsatz gibt es zusätzlich Spikes, die im Gelände für Halt sorgen.
Fazit
Ein schönes Stativ – ein wirklicher Hingucker und Handschmeichler. Im Vergleich zu den teureren Carbon-Brüdern der
bekannten Nobelhersteller vermisse ich persönlich nichts. Das Modell kann ich ohne weiteres Empfehlen – Preis/Leistung ist ausgezeichnet und die Qualität der Verarbeitung sollte auch Profis gefallen.