Der DSLR Markt: Quo Vadis?
Geschrieben von farbfoto | November 19th, 2009 | Kategorie: Fotografie | Ein Kommentar »
Der Herbst bringt es mit sich: In letzter Zeit wurden wir mit technischen Neuerungen vor allem im Bereich der Semi-Professionellen DSLRs von den großen Herstellern nahezu überrollt. Wie bereits im Artikel (Nikon gegen Canon) vor einiger Zeit beschrieben, treiben sich die Hersteller gegenseitig voran. Der Markt hat sich aber in den letzten 12 Monaten nachhaltig verändert. Charakterisieren kann man diese Bewegung am ehesten mit dem Wort „Spezialisierung“.
Vor 1-2 Jahren konnte man sich bei den Herstellern in der Hierarchie der Kameras (Bei Canon von 1000 – 1 und bei Nikon ebenso von 5000-3) relativ schnell wieder finden: Mag heißen: Je nach Geldbeutel (für den Amateur) oder beruflicher Anforderung bewegt man sich eben zwischen diesen Zahlen. Für den Semi-Profi oder den Edel-Amateur gab es bei Canon die „Zweistelligen“ und bei Nikon die „Zweistelligen und Dreistelligen“ Modelle. Sony – als legitimer Nachfolger und Erbe von Minolta – setzt ähnliche Produktstrategie dagegen.
Vor allem aber Canon und Nikon teilen das Lager jetzt ein. Der spektakuläre Start der neuen „Vollformate“ mit der Nikon D700 und der Canon EOS 5 Mark II öffnet ein neues Spektrum, vor allem für Studio und Reportagefotografie. Die Kehrseite der Medaille sind die Nikon 300s und die Canon 7D – Semi-Professionelle High-Speed und Technologie Monster, die weniger Format, dafür aber umso mehr Innovation zu einem realistischen Preisgefüge mitbringen.
Verglichen mit den analogen Zeiten (falls sich daran noch jemand erinnern kann) ist es erstmals so, dass ich mit einem Gehäuse im oberen Preissegment nicht mehr alle Anforderungen der Fotografie bewältigen kann. Wer eine 5D Mark II mal bei der Action-Fotografie verwendet hat, weiß von was ich spreche. Allerdings kann ich mit der Schwesterkamera 7D nicht so schön gestalten und mit Bokeh und Weitwinkel-Optiken spielen.
Was tun, sprach Zeus?
Ganz ehrlich: Keine Ahnung. Am besten beide kaufen oder warten bis die Hersteller wieder mit „one size fits all“ Modellen auf den Markt kommen, die bezahlbar sind.
Die Gleichung kann auch noch erweitert werden. Mit den netten Micro four-third Kameras wie der Olympus Pen hat sich gerade für den Reise-, Reportage und Spaß-Fotografen ein weiteres Segment etabliert, an dem man aufgrund der Flexibilität und Portabilität einfach nicht vorbei gehen kann.
Was heißt das? Mehr Kameras, mehr Hersteller, mehr Umsatz. Gut für die Industrie. Auch gut für die Fotografen? Wenn man das ganze aus rein technischer Sicht sieht sicher nicht: Die Konzentration auf das Wesentlich (nämlich Bild und Gestaltung) scheint dabei zu kurz zu kommen. Auf der anderen Seite sind die Optionen mannigfaltig und Technik kann durchaus inspirierend sein.
Was meint Ihr?




