Frankreich und 3G – Urlaub im Infrastrukturdesaster
Geschrieben von farbfoto | Mai 25th, 2009 | Kategorie: Allgemeines, Mac, iPhone | Kein Kommentar »
Dieses Jahr sollte der Sommerurlaub mit dem Auto stattfinden. Nach der Auswahl verschiedener möglicher Ziele haben wir uns für die “Grande Nation” entschieden. Frankreich hat ja einiges zu bieten und wir haben die Normandie als finales Urlaubsziel ausgewählt: Fotografisch extrem interessant, wenig touristisch und auch kulinarisch empfehlenswert.
Wenn man an Frankreich denkt, denkt man an eines der großen europäischen Länder mit gutem Essen und guter Infrastruktur. Das erste kann ich bestätigen, das zweite leider nicht – zumindest in Bezug auf das Internet. Da ich geschäftlich online sein “muss” und auch privat das allumfassende Netz gewohnt bin.
Long story short: Im Grossteil der Normandie funktioniert UMTS nicht. In grossen Städten kann man 3G Internet empfangen. Die Provider Orange und SFR können liefern, kleinere sind maximal EDGE fähig.
Eine SIM-Karte zu kaufen stellt sich als grössere Herausforderung dar. Ich musste mit meinen französischen Grundkenntnissen durch 4 Läden jonglieren bis mir ein netter Verkäufer eine SIM-Karte ohne “Clé” (Surfstick) für schlappe 30 Euro vom Provider SFR verkauft hat. Hier sind sogar 3 Stunden (nicht Tage) UMTS Nutzung mit drin. Die Tarife in Frankreich sind im Vergleich mit den deutschen Varianten oder denen in Nordeuropa inakzeptabel. Es wird nach wie vor nach Zeiteinheiten abgerechnet und eine Volumenbeschränkung existiert auch. Beispiel: 3 Stunden Prepaid die in 15 Tagen zu verbrauchen sind kosten 16 Euro. Und das bei 78% UMTS Abdeckung (vermutlich auf Einwohnerdichte gerechnet) – d.h. mit einem deutlich schlechteren Servicelevel als in anderen Ländern.
Das Aufladen mit einer deutschen Kreditkarte (obwohl Visa und Mastercard) gelingt dann natürlich auch nicht, man braucht schon eine französiche Variante der “Card Bancaire”.
Das gerade in einem solchen Land ein Gesetz verabschiedet wird das als Konsequenz aus “illegaler” Nutzung des Internets zur Verbannung aus diesem führt, wundert mich nicht. Erst einmal “rein” zu kommen ist ja schon schwer genug… Zum Glück entschädigen die Motive in diesem schönen Teil Welt für den Rest.






